Dehnen nach dem Training: Die wichtigsten Übungen
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Das Training ist geschafft, du bist verschwitzt und erschöpft – und willst eigentlich nur noch unter die Dusche. Dehnen? Wird übersprungen. Das ist verständlich, aber ein Fehler. Die fünf bis zehn Minuten, die du nach dem Training ins Dehnen investierst, können den Unterschied machen zwischen steifem Aufwachen am nächsten Morgen und einer deutlich besseren Regeneration. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Dehnübungen wirklich wichtig sind und wie du sie richtig machst.
Warum Dehnen nach dem Training sinnvoll ist
Über das Dehnen wird in der Sportwissenschaft viel diskutiert. Was die Forschung klar zeigt: Statisches Dehnen nach dem Training hat mehrere nachgewiesene Vorteile.
Bessere Beweglichkeit: Regelmäßiges Dehnen nach dem Training verbessert langfristig deine Flexibilität. Das bedeutet größere Bewegungsamplituden bei Übungen und im Alltag.
Schnellere Regeneration: Dehnen fördert die Durchblutung in der beanspruchten Muskulatur. Mehr Blutfluss bedeutet mehr Nährstoffversorgung und schnelleren Abtransport von Stoffwechselprodukten.
Reduktion von Muskelspannung: Nach intensivem Training ist die Muskulatur oft verkürzt und angespannt. Dehnen hilft, diesen Tonus zu normalisieren.
Verletzungsprävention: Flexible Muskeln und Faszien sind weniger anfällig für Zerrungen und Risse. Die Investition in Beweglichkeit zahlt sich langfristig aus.
Mentales Runterkommen: Die ruhigen, kontrollierten Bewegungen beim Dehnen helfen deinem Nervensystem, vom Trainingsmodus in den Erholungsmodus zu wechseln. Es ist ein bewusster Übergang von Anstrengung zu Entspannung.
Wichtig: Statisches Dehnen ist ideal nach dem Training. Vor dem Training sind dynamische Mobilisierungsübungen besser geeignet, da statisches Dehnen die Maximalkraft kurzfristig reduzieren kann.
Die wichtigsten Dehnübungen für den ganzen Körper
Unterkörper
1. Oberschenkelvorderseite (Quadrizeps)
Stehe auf einem Bein, ziehe den anderen Fuß zum Gesäß und halte den Knöchel mit der Hand. Drücke die Hüfte leicht nach vorne, um die Dehnung zu intensivieren. Halte 30 Sekunden pro Seite.
Besonders wichtig nach: Laufen, Radfahren, Kniebeugen, Ausfallschritten
2. Oberschenkelrückseite (Hamstrings)
Stelle ein Bein gestreckt auf eine erhöhte Fläche (Bank, Stufe) und beuge den Oberkörper langsam nach vorne, bis du eine Dehnung an der Rückseite des Oberschenkels spürst. Halte den Rücken gerade. 30 Sekunden pro Seite.
Besonders wichtig nach: Laufen, Kreuzheben, Sprints
3. Waden
Stelle dich mit dem Vorfuß auf eine Treppenstufe und lasse die Ferse langsam nach unten sinken. Du spürst die Dehnung in der Wade. 30 Sekunden pro Seite. Für die tiefe Wadenmuskulatur (Soleus) das Knie leicht beugen.
Besonders wichtig nach: Laufen, Sprüngen, langem Stehen
4. Hüftbeuger
Gehe in einen großen Ausfallschritt, das hintere Knie auf dem Boden. Schiebe die Hüfte nach vorne, bis du eine Dehnung an der Vorderseite der hinteren Hüfte spürst. Oberkörper aufrecht halten. 30 Sekunden pro Seite.
Besonders wichtig nach: Sitzen (ja, auch nach einem Bürotag!), Laufen, Radfahren
Oberkörper
5. Brustmuskulatur
Stelle dich neben eine Wand oder einen Türrahmen. Lege den Unterarm im 90-Grad-Winkel an die Wand und drehe den Oberkörper langsam von der Wand weg. Du spürst die Dehnung in der Brust und der vorderen Schulter. 30 Sekunden pro Seite.
Besonders wichtig nach: Bankdrücken, Liegestützen, langem Sitzen
6. Oberer Rücken und Schultern
Strecke einen Arm vor der Brust zur gegenüberliegenden Seite. Mit der anderen Hand den Arm sanft heranziehen. 30 Sekunden pro Seite. Alternativ: Hände hinter dem Rücken verschränken und die Arme nach oben ziehen für eine tiefe Schulterdehnung.
Besonders wichtig nach: Rudern, Klimmzügen, Schwimmen
Rumpf
7. Unterer Rücken
Lege dich auf den Rücken und ziehe beide Knie zur Brust. Arme um die Knie legen und sanft heranziehen. 30-45 Sekunden halten. Alternativ: Knie zur Seite fallen lassen für eine Rotationsdehnung der Wirbelsäule.
Besonders wichtig nach: Kreuzheben, Kniebeugen, langem Sitzen
8. Seitliche Rumpfmuskulatur
Stehe aufrecht, strecke einen Arm über den Kopf und neige den Oberkörper zur gegenüberliegenden Seite. Du spürst eine Dehnung entlang der Flanke. 30 Sekunden pro Seite.
Besonders wichtig nach: Ganzkörpertraining, Schwimmen
So dehnst du richtig: Die wichtigsten Regeln
- Halte jede Dehnung 20-30 Sekunden: Kürzer ist kaum wirksam, länger bringt keinen signifikanten Mehrwert
- Dehne bis zum Spannungsgefühl, nicht bis zum Schmerz: Eine angenehme Spannung ist das Ziel. Schmerz bedeutet, dass du zu weit gehst
- Atme ruhig und gleichmäßig: Nicht die Luft anhalten! Tiefes Ausatmen kann die Dehnung vertiefen
- Keine ruckartigen Bewegungen: Wippen in der Dehnung (Ballistic Stretching) erhöht das Verletzungsrisiko
- Dehne beide Seiten gleich: Auch wenn eine Seite flexibler ist, gib beiden die gleiche Aufmerksamkeit
- Wärme die Muskeln vorher auf: Nach dem Training sind die Muskeln bereits warm – perfekt. Dehne nie kalte Muskeln intensiv
Dehnroutine nach dem Training: Der 5-Minuten-Plan
Wenn du wenig Zeit hast, hier eine kompakte Routine, die die wichtigsten Bereiche abdeckt:
- Hüftbeuger: 30 Sekunden pro Seite (1 Minute)
- Oberschenkelrückseite: 30 Sekunden pro Seite (1 Minute)
- Quadrizeps: 30 Sekunden pro Seite (1 Minute)
- Brustdehnung: 30 Sekunden pro Seite (1 Minute)
- Unterer Rücken: 45 Sekunden (45 Sekunden)
Insgesamt weniger als 5 Minuten – und der Effekt auf deine Regeneration und Beweglichkeit ist enorm.
Dehnen tracken und Fortschritte sehen
Dehnen gehört zu den Trainingsgewohnheiten, die man leicht vernachlässigt, weil der Effekt nicht sofort sichtbar ist. Aber über Wochen und Monate macht konsequentes Dehnen einen gewaltigen Unterschied – für deine Beweglichkeit, dein Verletzungsrisiko und dein allgemeines Körpergefühl.
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